Wandern auf dem grünen Band Deutschlands

Das Grüne Band Deutschland verbindet entlang der ehemalige innerdeutsche Grenze (ausgenommen Berlin)  auf fast 1.400 km vom sächsisch-bayerische Vogtland bis zur Ostsee 17 Naturräume und  ist ein Querschnitt durch fast alle deutschen Landschaften, von den Mittelgebirgen bis zu den norddeutschen Niederungsgebieten.

Als zentrales Grünes Band wird dabei der Bereich zwischen dem sogenannten Kolonnenweg und der ehemaligen Staatsgrenze zwischen BRD und DDR bezeichnet. Dieser Streifen ist zwischen 50 und 200 m breit. Brachflächen, verbuschte Bereiche, Altgrasfluren, Pionierwald, Flüsse, Feuchtgebiete und Moore sind verknüpft und gehen ineinander über.

Entlang der sächsisch-bayerischen Grenze liegt der ca. 40 km lange Abschnitt „Grünes Band Sachsen“. Mehr als die Hälfte des Grünen Bandes Deutschlands, nämlich 763 eindrucks- und erlebnisreiche Kilometer, ziehen sich durch die Naturlandschaften Thüringens, entlang der Nachbarländer Niedersachsen, Hessen und Bayern. Sachsen-Anhalt hat 343 km, Brandenburg 30km, Niedersachsen 43 km und Mecklenburg- Vorpommern 173 km.

Artenvielfalt dank Dornröschenschlaf

Zu Zeiten des Eisernen Vorhangs war es ruhig in Grenznähe. Der Bau von Straßen und Industrieanlagen, die Intensivierung der Landwirtschaft – das alles fand kaum im Umfeld der Grenzanlagen statt. Dank der Abgeschiedenheit konnte sich in diesen Bereichen ein Naturreichtum erhalten und entwickeln, wie er anderswo kaum zu finden ist. Unzerschnittenheit und Störungsfreiheit, Ruhe, Naturnähe und Kleinteiligkeit zeichnen auch heute noch viele Bereiche entlang der östlichen Landesgrenze aus.

Grünes Band sogar auch in Niedersachsen

Im engeren Sinn versteht man unter dem „Grünen Band“ den Geländestreifen zwischen der ehemaligen innerdeutschen Staatsgrenze und dem Kolonnenweg, auf dem die Grenzer patrouillierten. Er verläuft heute überwiegend auf dem Gebiet der ostdeutschen Bundesländer. Ein Teil dieses Geländestreifens mitsamt ehemaliger Grenzanlagen ist heute sogar auch unmittelbar in Niedersachsen, fern von der heutigen Landesgrenze, zu erleben: jenseits der Elbe im Nordosten, dort wo die Gemeinde Amt Neuhaus zum Lüneburgischen gehört. Der Hintergrund: Das Amt Neuhaus gehörte früher zur DDR, wurde aber 1993 nach einer Abstimmung der örtlichen Bevölkerung von Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen übertragen. Der Grenzstreifen am rechten Elbufer bildet zusammen mit der Elbe als ehemaligem Grenzfluss in diesem Bereich das Grüne Band.

 

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